Lacht, was das Zeug hält!

Eine Kollegin von mir erzählte letztens davon, dass sie ihrem jüngsten Sohn gerade „Timm Thaler“ vorliest und selber ganz berührt und ergriffen war von dieser besonderen Geschichte. „Timm Thaler oder Dasa verkaufte Lachen“ wurde von James Krüss im Jahre 1962 geschrieben – ich persönlich kann mich da eher an die daraus entstandene (erste) Weihnachtsserie aus dem Jahr 1979 erinnern, mit Thomas Ohrner und Horst Frank in den Hauptrollen. So einige Szenen daraus sind mir sehr im Gedächtnis geblieben und ich sehe sie nach all den Jahren noch deutlich vor mir.

Im Buch/in der Serie geht es darum, dass Timm nach dem Unfalltod seines Vaters als Waise bei seiner Stiefmutter und deren Sohn aufwächst. Trotz ärmlicher Verhältnisse und seines Schicksals ist Timm ein sehr fröhlicher Junge, der besonders durch sein lautes und herzhaftes Lachen auffällt. Damit fällt er auch dem reichsten Mann der Welt, dem Baron Lefuet (ein besonderer Clou von James Krüss, denn lest den Namen mal rückwärts!!!) auf, der sehr viel Macht und Geld besitzt, aber selber nicht zu lachen vermag und dies unbedingt ändern will. So überredet er Timm Thaler, im sein Lachen zu verkaufen, der im Gegenzug dafür ab sofort jede Wette gewinnt. Timm erhofft sich davon, seiner Stiefmutter finanziell helfen zu können, viel Geld zu gewinnen und sich alle Wünsche zu erfüllen. Der Plan geht zwar auf und der Junge wird steinreich, verliert aber sämtliche Fröhlichkeit und Lebensfreude. Ohne sein Lachen verliert Timm sämtliche menschliche Wärme und er wird manipulierbar und ein Mensch, den er nie sein wollte. Schon nach kurzer Zeit bemerkt er, dass Reichtum nicht glücklich macht und er versucht, sein Lachen wieder zu bekommen.

Das ist – wie man sich denken kann – kein leichtes Unterfangen und Timm scheitert mehrmals an den fiesen Tricks des Barons, doch letztendlich schafft er es mit Hilfe seiner Freunde, sein (wie ihm jetzt klar ist) wichtigstes Gut – sein Lachen – wieder zu erobern. Diese Szene sehe ich noch ganz klar vor mir, wie zunächst Horst Frank als der böse Baron auf einem Feld lauthals lacht und Timm Thaler ihn nur zornig beobachten kann – doch dann beginnt er selber aus vollem Halse zu lachen und der Baron verstummt.

James Krüss ist in seinem Buch eine gut verpackte Gesellschaftskritik gelungen, die den Kapitalismus anprangert und wichtige Werte wie wahre Freundschaft und Lebensfreude auch für Kinder gut begreifbar macht.

Das Lachen steht hierbei symbolhaft für Herzlichkeit, Leichtigkeit und Menschlichkeit – und das dies alles mit keinem Geld der Welt aufzuwerten ist.

Da ich selber Zeiten durchlebt habe, in denen mir das Lachen buchstäblich im Halse stecken geblieben ist und ich es fast verlernt hatte, bin ich heute wieder so dankbar dafür, dass ich den Ruf eines sehr fröhlichen, sehr viel lachenden und fast immer gut gelaunten Menschenkindes habe. Ich liebe es, mir mit passenden Personen verbale Bälle zuzuwerfen und den Humor so richtig auszuleben – ich bin super froh und dankbar, dass ich mir selber immer wieder so gute Gründe dafür liefere, über mich selbst zu lachen – und meine Lachkrämpfe, in denen ich kaum noch Luft bekomme und ohne Ende Tränen vergieße, sind recht berüchtigt… 😀

Insofern hätte Baron Lefuet wohl auch ein Auge auf mich – aber glücklicherweise hatte ich noch nie den Hang oder Drang nach sonderlich großem Vermögen und bei einer Wette geht es mir höchstens um den Ehrgeiz oder ein dickes Eis als Gewinn. 🙂

Wie geht es Euch? Was bringt Euch zum lachen – gerne könnt Ihr hier ja auch mal Eure Lieblingswitze zum Besten geben…

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Uta, wie wahr: was wären wir ohne herzliche Leichtigkeit und sicher auch manchmal berührende empfindsame Menschlichkeit? Nichts, nur seelenlose Kreaturen! Auch ich lache manchmal wirklich dicke Tränen über mich, weil ich irgendetwas Verrücktes gesagt oder sogar angestellt habe. Gut so, denn Humor ist das Gewürz in der Suppe des Lebens!

    • Ohne meinen Humor würde ich vielleicht heute nicht mehr hier sitzen – zumindest würde ich diesen Blog nicht schreiben und wäre quasi nur ein Schatten meiner selbst. Ich persönlich empfinde meinen Humor auf jeden Fall als ganz wichtige und existenzielle Eigenschaft

  2. Liebe Uta, ich verstehe Dich gut. Humor ist auch für mich wichtig, weil er erdet und helfen kann, auch in schweren Zeiten bei sich zu bleiben und die Zuversicht nicht zu verlieren. Liebe Grüße!

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