Sich selber überwinden

Ich hoffe, Ihr hattet allesamt wunderschöne Ostertage mit viel Sonnenschein im Herzen, hüpfenden Emotionen, die mit den Hasen um die Wette über die Blumenwiese gesprungen sind und einfach ganz viel Zeit, um die Frühlingsgefühle mit allen Sinnen auszukosten.

An einem der Feiertage habe ich eine kleine (eher winzige, aber für mich dann doch große…) Heldentat vollbracht, von der ich Euch einfach erzählen muss:

Ich kam fröhlich, nichtsahnend und da noch super entspannt in die Küche geschlendert, um meinem Mann und mir einen leckeren und dicken Pott Kaffee zu machen, als mein Blick zwecks Wasser in die Maschine füllen ins Waschbecken fiel und ich vor Schreck fast die Kanne fallen gelassen hätte – und ich einen für mich sonst eher untypischen Kreischer aus mir rauspresste…

Im Spülbecken hockte nämlich eine Spinne… also, ich bin nicht so gut im Schätzen – aber ich würde sagen, die war mindestens Schäferhund-groß, mit einer Beinlänge, über die ich neidisch hätte sein können und dazu hatte sie bestimmt auch noch ganz doll viele und spitze Zähne (konnte ich nicht so genau sehen – obwohl das „Ungeheuer“ mich bestimmt angegrinst hat…).

Okay, okay – ich neige manchmal zu Übertreibungen… aber gefühlt war das Tier in meinen entsetzt aufgerissenen Augen einfach gigantisch…

So, ich hab Euch mal – netterweise – ein Bild von einem derartigen Exemplar reingesetzt… Ihr sollt ja auch was davon haben… 🙂 🙂 🙂

Ich denke mal, es war nämlich so eine Hauswinkelspinne, die – wie der Name schon vermuten lässt – öfters mal in unseren Heimen zu finden ist (Aaaaah, Gänsehaut!!!) und sich hier gerne in dunklen Ecken und eben Winkeln versteckt – keine Ahnung, warum sich „meine“ ins doch eher helle Waschbecken verirrt hatte. Jedenfalls sind diese Tiere nicht gefährlich (es sei dann, man ist eine Mücke, eine kleine Fliege oder ein Silberfischchen) – allerdings kann man lesen: „Sie ist zwar groß (bis zu 10 cm Spannweite) und besitzt Gift, um Beute zu lähmen, aber ihre Beißwerkzeuge kommen in der Regel nicht durch die menschliche Haut. Ein Biss ist extrem selten, nicht giftig und höchstens schmerzhaft wie ein kleiner Nadelstich.“

Schön und gut – aber ich wollte die unsrige nun doch nicht bei mir behalten und rannte zunächst etwas kopflos und hektisch durch die Küche mit dem leicht jammervollen und mehrfach wiederholtem Ausruf: „Oh Gott, was mach ich jetzt?!?“ Mein Mann wollte mir schon zur Hilfe eilen – aber irgendein ansonsten gut unterdrücktes Helden-Gen wollte die Situation alleine regeln. Also hab ich mir mit klopfendem Herzen ein Glas geschnappt und einen großen Zettel, hab die Spinne darin gefangen und das durchsichtige Gefängnis dann nach draußen gebracht. Da ich natürlich verhindern wollte, dass das Krabbeltier erneut den Weg zurück zu mir findet, bin ich die komplette Straße lang gelaufen und hab sie weit genug entfernt ausgesetzt… darf nur noch erwähnt werden, dass an diesem netten Ostertag demnach eine Uta in Pyjama und barfuß leicht panisch und mit einem Glas in den weit ausgestreckten Armen sicherlich ein eher verwunderliches Bild für unsere gesamte Nachbarschaft abgegeben hat. 🙂

Anschließend hab ich mit Stolz meinen wohl verdienten Kaffee getrunken.

Kennt Ihr sowas auch? Eigentlich nix los – aber Euer Köpfchen erzählt Euch was ganz anderes und Ihr müsst echt über Eure Grenzen gehen?

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Schäferhundgröße Spinne
    im Schlafanzug durchs Wohngebiet
    ohne Schuhe !!! tollkühn
    ich hab Bilder im Kopf 😁
    …ich erinne gerade nicht, das letzte Mal so eine HeldInnen vollbracht zu haben….

  2. Kenne ich von unserer Tochter. Papa, kannst du mal kommen? Da ist riiiiiiesige Spinne im Flur. Da kann ich nicht her gehen😅😅😅. Aber als kürzlich mal eine 🐀 auf ihren Balkon war, kam: ist ja so ein süßes Tier😬

      • ja war eine Ratte. es kommen ja immer die Eichhörnchen, Specht, Rotkehlchen, Meisen, zum fressen. Und ja auch zwischendurch Sören, der Waschbär. Da hat die Ratte es auch versucht. Aber nachts steht kein Futter bereit. Einmal musste unser Nachbar eine entsorgen. momentan ist Ruhe

  3. Mein Kopfkino explodiert gerade!! Mensch und Heldin Uta, Du bescherst mir jetzt ein fettes Grinsen. Danke für die theatralische Beschreibung!!
    Aber jetzt im Ernst: die sind schon eklig, vor allem weiß man nie, wohin sie plötzlich rennen, denn Spinne bringt sich VOR UNS in Sicherheit. Dir und allen hier: ein schönes Krabbeltier freies Wochenende!!! :-))))))))

    • Man hat mir sogar letztens erzählt, dass Spinnen uns Menschen tatsächlich richtig ekelig finden – keine Ahnung, wie man das herausgefunden haben will, aber ich fand den Gedanken ganz amüsant! 🙂

      • In deren Augen sind wir echt beängstigend riesig (Fressfeinde, hahaha)! Nur wenige würden sich wie Du noch vor dem heißgeliebten Morgenkaffee barfuß im Pyjama auf ans Ende der Straße machen, um das Spinnentier zu verschonen.

        • Was ich gelesen habe: sie empfinden die Berührung mit unserer Haut äußerst unangenehm und ekelhaft… keine Ahnung, wie die Wissenschaft das herausgefunden haben will…

  4. Kann ich auch nicht nachvollziehen! Nachts im „leichten“ Halbschlaf träumte ich, eine Spinne sei in meine Ohrmuschel gekrabbelt und fasste tatsächlich vorsichtig dort hin. Was soll ich sagen: es stimmte. Eine nur etwa 10mm kleine, aber haarige Spinne hatte es sich freiwillig im bettwarmen Ohr gemütlich gemacht. Ich hatte sie zwischen den Fingern, war husch husch aus dem Bett und habe sie ins Freie befördert. Noch monatelang habe ich im Schlafzimmer unsere Betten gründlich inspiziert…. :-((

    • Oh weija…. 😮😮😮
      Und außerdem heißt es ja auch, dass man in seinem Leben im Schlaf mehrere Spinnen verschlucken würde… lass uns das Thema am besten nicht weiter vertiefen!!!!🤪

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