Eine tanzende Menge

Während ich hier in meine Tastatur hämmere, höre ich Musik… bin nämlich noch völlig beseelt (ein Ausdruck, den ich von meinem Mann übernommen habe und der so schön passt) von einem Konzert, das ich gestern Abend besuchen durfte.

Ich muss dazu sagen – die Location hat einiges dazu beigetragen, dass ich so hemmungslos begeistert war/bin – denn mein Mann und ich waren zum allerersten Mal im großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie. Was für ein Kulisse, was für eine Atmosphäre und Akustik! Einfach großartig – ich bin mit offenem Mund eingelaufen und hab mich sehr gefreut, dass meine Erwartungen diesbezüglich sogar noch übertroffen worden sind.

Den Künstler auf der in der Mitte thronenden Bühne liebe ich auch seit längerem sehr: Christian Löffler dürfte vielen hier vielleicht kein Begriff sein. Der Musiker ist in die Kategorien Techno, Deep House, Ambient und Electronica einzuordnen – aber auf eine ganz ruhige, chillige, wunderbar angenehme Art. Ich höre ihn zum Beispiel super gerne auf langen Autofahrten – aber auch an warmen Sommerabenden mit einem Glas Wein in der Hand und einem Sonnenuntergang vor meinen Augen. Löffler hat bereits in seiner Jugend begonnen, an Musik zu arbeiten – dafür hat er Geräusche und Töne aus der Natur aufgenommen und diese dann an seinem Computer zu Liedern verzaubert. Mittlerweile hat er sein eigenes kleines Studio in einer Blockhütte auf der Halbinsel Darß, gestaltet seine Videos und Plattencover selber und arbeitet mit wunderbaren Musikern zusammen – ganz besonders großartig finde ich da seine Sängerin Adna aus Schweden.

Hier ist mein derzeitiges Lieblingslied

Das Konzert hat mich einfach nur mit jeder Zelle glücklich gemacht – natürlich liefen mir auch mal wieder die Tränen, aber aus purer Freude. Und irgendwann standen alle Ränge dieses wunderbaren Saals und tanzten – ich hab in so viele strahlende Augen geschaut.

Und dann Christian Löffler selbst, der sich nach jedem Stück quasi selber ein wenig applaudiert hat – also mit klatschenden Händen und einem breiten Grinsen signalisieren wollte, dass ein Song zu Ende ist. Das war so sympathisch und schön anzusehen. Und eine einfach wunderbare Geste – denn sollten wir uns nicht alle viel öfter mal selber Applaus schenken, weil wir es in so vielen Momenten wirklich verdient hätten?

Ich mag mich da wiederholen – aber schöne Musik, die meine Seele berührt, die warme und prickelnde Gefühle in mir auslöst, die mich tanzen, hüpfen, lachen und weinen lässt, ist für mich fast wie ein Beweis, dass das Leben wunderbar ist – und dass das Gute überwiegt!

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Uta,
    ich kann deine Gefühle gut nachvollziehen. Obwohl ich einen anderen Musikgeschmack habe als du, setzt auch bei mir Musik die gesamte Gefühlspalette frei und lässt mich z.B. hüpfen, lachen, weinen, trauern oder Freude empfinden. Das kann Musik am besten und direktesten, aber auch Kunst, Natur oder Tiere setzen Gefühle bei mir frei. Wie toll, wenn man – wie du auf dem Konzert – nicht allein damit ist und die Gefühle quasi teilen kann.
    Ich wünsche dir viele weitere solcher Momente.
    Viele Grüße, Kathrin

    • Liebe Kathrin,
      da mein Musikgeschmack ziemlich breit gefächert ist, haben wir eventuell doch eine gewissen Schnittmenge zusammen. 🙂 Wie auch immer – ich gebe Dir vollkommen Recht, es gibt so viele Dinge, die unser Herz berühren und unsere Stimmungen verstärken kann – für mich gehören zum Beispiel auch schöne Orte, ein gutes Buch oder bestimmte Menschen dazu… und noch so viel mehr. Wichtig ist, es wahr- und es als großes Geschenk anzunehmen.

  2. Liebe Uta,

    da sitzt also Christian Löffler auf der Bühne und klatscht sich nach jedem Stück selbst Beifall – und ich stelle mir vor, wie ich das morgens vor dem Badezimmerspiegel versuche. „Bravo, Ron, die Zahnpasta hast du heute mit außergewöhnlicher Eleganz getroffen!“ Vermutlich würde mein Spiegelbild daraufhin sogar das Krisengespräch suchen.

    Aber im Ernst: Diese Geste hat etwas unglaublich Befreiendes. Wir leben in einer Welt, in der wir ständig auf Anerkennung von außen warten – dabei vergessen wir, dass wir selbst unsere strengsten Kritiker sind. Vielleicht sollten wir wirklich öfter innehalten und uns selbst auf die Schulter klopfen. Nicht aus Arroganz, sondern aus Wertschätzung für all die kleinen und großen Dinge, die wir täglich stemmen.

    Danke für diese wunderbare Erinnerung – und für den Tipp mit der Musik!

    Herzliche Grüße
    Ron

    • 🙂 Bei dem Bild mit Dir vorm Badezimmerspiegel mit der Zahnbürste musste ich schon ziemlich grinsen, lieber Ron. Aber auch im Ernst – Du drückst es genau richtig aus… oftmals haben wir das Gefühl, es wäre falscher Stolz oder Arroganz, wenn wir uns selber loben, bemerken, dass wir etwas richtig gut gemacht haben oder eben innerlich applaudieren. Warum nicht dem Spiegelbild einfach mal sagen, dass es heute einfach gut aussieht, dass man den Tag echt gewuppt hat oder man glücklich über sich selber ist – weil man eben so ist, wie man ist und das echt gut ist!

  3. Gerne schließe ich mich Dir uneingeschränkt an, liebe Uta! Musik, welcher Art auch immer, berührt, versöhnt und verbindet uns Menschen über Grenzen hinweg.
    Auch ich lasse mich immer wieder auf’s Neue begeistern und mitreissen, habe immer „offene Ohren“ und meine Seele auf Empfang.

    Mein persönlicher Favorit ist Wolf Maahn mit seiner erstklassigen Band und den sehr berührenden Texten (… „wo Du bist, ist mein gelobtes Land!“, … „Kind der Sterne“, … „setz die Segel in eine freie Welt“, … „TV aus dem Hotelfenster“, … „Rosen im Asphalt“ und viele viele mehr)! Vor allem sein Kölner Leadgitarrist Roger Schaffrath hat mich mit seinem exzellenten, eindrucksvollen Spiel immer wieder aufs Neue verzaubert. Sehr erlebenswert und in der ARD-Mediathek noch bis 2099 (!) abrufbar: WOLF MAAHN, CROSSROAD FESTIVAL 2015!!!

    • Oooooh, ein Musiktipp…. und tatsächlich jemand, den ich noch so gar nicht auf dem Schirm hatte! Vielen Dank, liebe Gabi – den werde ich mir auf jeden Fall mal anhören und bin ganz gespannt!

Antworte auf den Kommentar von Uta Jentjens Antwort abbrechen

Pflichtfelder sind mit * markiert.