Die Veränderungen des Lebens

Was für einen Unterschied doch so eine Woche machen kann… denn in meiner letzten hat sich so einiges ergeben, was plötzlich ein ganz neues Bild ergibt, welches von außen aber noch völlig normal aussieht.

Es sind diese Veränderungen, die auf jeden von uns zukommen, die wir alle kennen und die sich dann irgendwann im Zuge unseres Nachwuchses wiederholen. Es geht um harmlos wirkende Zahlen und um Gegebenheiten, die man schon lange auf sich hat zukommen sehen – und dann sind sie da und man kommt gefühlsmäßig dennoch kaum mit ihnen klar, weil sie dann doch eine ganz schön dolle Bedeutung haben.

Letzte Woche Donnerstag ist mein Sohn nämlich 18 Jahre alt geworden – sprich, beide meiner Kinder sind jetzt laut Gesetz volljährig, dürfen eigene Entscheidungen treffen, sie sind – wie es so schön heißt – voll geschäfts-, rechts- und deliktfähig. Eltern verlieren ihre gesetzliche Vertretungsmacht – alleine diesen Satz muss man sich mal auf der Seele zergehen lassen… Man darf nun wählen, Verträge (Handy, Mietwohnung) selbst unterschreiben, uneingeschränkt Alkohol/Tabak kaufen und ist voll strafmündig – ganz schön viel auf einmal für eine Zahl, oder?

Und als wäre das nicht genug für mein Mama-Herz – einen Tag später hatte meine Tochter ihren aller letzten Schultag. Es folgen jetzt nur noch Vorbereitungstage und die Abiturprüfungen – ähnlich sieht es im übrigen auch bei meinem Sohn aus, der bald das Fachabitur hinter sich bringen wird.

Heißt – ab dem Sommer wird bei uns dann nochmal alles anders, denn beide Kids werden auf sehr unterschiedliche Art und Weise ihre ersten Schritte in die weitere Unabhängigkeit und in ihr zukünftiges Leben hüpfen.

Und dabei waren sie doch vor einem Wimperschlag noch so klein…

Das Bild ist unglaubliche 14 Jahre alt – und obwohl in dieser Zeit so viel passiert ist, dass es beinahe in mehrere Leben passt, fühlt es sich auf der anderen Seite an wie gestern – denn ich höre noch das glockenhelle Kichern meiner Tochter und die ewig heisere Stimme meines Sohnes, sehe noch die aufgeschlagenen Knie und fühle die kleinen Ärmchen um meinen Hals.

Und in mir ist eine wilde Emotionsmischung aus Wehmut, Verlustangst, Stolz, Freude, Traurigkeit und unbändige Liebe – denn aus den beiden süßen, fröhlichen Grinse-Rackern sind zwei wertvolle, wunderbare Persönlichkeiten mit goldenen Herzen geworden.

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Oh ja, das kann ich mir gut birst. By the way: beide sehen aus wie aus einem Astrid Lindgren Film 😉
    Mein Sohn ist gerade 30 geworden und ich denke trotzdem gerne an diese Zeit zurück. Ehrlich gesagt würde ich mir heute wünschen, es wäre damals als Alleinerziehende einfacher gewesen und ich hätte diese Zeit unbeschwerter genießen können.

    Alles Liebe für euch.
    Ute

    • Dass mit der Alleinerziehenden kann ich natürlich gut nachfühlen, liebe Ute – ich bin mir sicher, Du hast alles in Deiner Macht stehende für Deinen Sohn getan hast und er mit ganz viel Dankbarkeit auf seine Kindheit zurückschaut

  2. Ich kann mich noch so gut erinnern wie ich die beiden auf Juist raumflitzen sah. 18 Jahre, unglaublich.
    Viele Grüße
    Kerstin/Niederrhein

  3. Ja ich frag mich auch immer wo sind all die Jahre hin?
    Mein Sohn wird nach Ostern 23!!!
    In was für eine verrückte Zeit sind sie alle hineingeboren?
    Inzwischen kann ich aber auch sagen,wie toll einen erwachsenen Sohn zu haben!!
    Inzwischen macht er ab und an Fahrdienst für mich, oder schleppt die schweren Katzenstreu Säcke, kann allein Essen machen oder zur Not Wäsche waschen übernimmt Katzendienst wenn wir im Urlaub sind und und und…
    Liebe Uta,du wirst es auch noch genießen nun große Kinder zu haben, und die Erinnerungen kann uns keiner nehmen!
    In diesem Sinn Happy Birthday für deinen kleinen Großen! Liebe Grüße Petra

    • Es hat – wie alles im Leben – eben seine zwei Seiten, liebe Petra! Die leichte Wehmut, wenn man auf die Zeiten der kleinen Wirbelwinde zurückschaut ist genauso berechtigt, wie der Stolz auf die großen Persönlichkeiten, die man ein wenig mitprägen durfte. Da gebe ich Dir vollkommen Recht und freu mich mit, dass DU so einen tollen Sohn hast

  4. Was Dein Mamaherz jetzt fühlt, kann ich so gut nachvollziehen, liebe Uta. Es ist eine Mischung aus Wehmut und Stolz, die uns erfüllt. Unseren Töchtern sind auch längst Flügel gewachsen: wunderbare, wertvoll empathische Menschen mit großem offenem Herzen machen uns dankbar und froh!! Gleichzeitig bleiben da aber auch für alle Zeit die glänzenden Kinderaugen und das umwerfende Kinderlächeln, noch frei und ungetrübt von den Schatten und Wirren der jetzigen Zeit!
    Das Foto Deiner Beiden aus Kindertagen ist zauberhaft!!! :-))))

    • Ja, liebe Gabi – wahrscheinlich kann das jedes Mama/Papa-Herz nachvollziehen… diese krasse Gefühlsmischung, die so widersprüchlich erscheint und doch so sehr dazu gehört! 🙂

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