Obwohl ich aus einer Familie stamme, in der es das Thema Depression in den „schillerndsten“ Farben – also in unterschiedlicher Ausprägung, Form und Intensität – gab und gibt, scheine ich glücklicherweise größtenteils davon verschont zu sein und zu bleiben.
Ich schreibe bewusst größtenteils – denn natürlich kenne ich das auch: dunkle Stunden, anschleichende oder überfallartige Gefühle der Ohnmacht, der Lähmung und einer unguten Leere. Gedanken, die runterziehen – so dass kein Raum, keine Energie und keine Kraft zum Hüpfen bleibt.
Und so unschön das klingt – und so ungern man diesen Zustand hat – und so sehr es einen drängt, sich dann abzulenken, zu überlagern und zu verdrängen: ich denke, ab und zu ist es auch wichtig, diesen Raum für Traurigkeit zuzulassen, ihn Willkommen zu heißen und auszuhalten. Wie ein Besuch, der überraschend und auch irgendwie „unpassend“ erschienen ist, den man zu dem Zeitpunkt eigentlich gar nicht gebrauchen kann und den man am liebsten sofort wieder vor die Tür setzen würde. Da ist es aber oft besser, man bietet ihm einen Platz und seine Gastfreundschaft an, bemüht sich um ein wenig Kontakt und Kommunikation, gibt ihm die Wertschätzung und die Aufmerksamkeit, die er nun mal braucht – und wenn er dann tatsächlich wieder geht, fühlt es sich auch viel besser an – befriedigt, ausgewogen, abgeschlossen.

Bestimmt haben wir auch alle ausreichend erlebt, verloren, gekämpft, erlitten und ausgehalten – dazu kommt das zunehmend schwere Außen, eine Welt, die immer verrückter und unfreundlicher zu werden scheint… es gibt also durchaus ausreichend berechtigte Gründe, um sich auch mal in die Traurigkeit fallen zu lassen.
Nicht, dass Ihr eine argumentativ schlüssige Begründung brauchen würdet… denn manchmal ist man auch scheinbar ohne bestimmten Grund nicht ganz so fröhlich, stark und glücklich – und das darf man auch einfach annehmen. Denn die Sonne geht auch in der Seele auf jeden Fall wieder auf!
Liebe Uta, ich kenne das seit einiger Zeit, seit dem ich allein bin. Es ist nicht ständig da, aber manchmal heftig. Hätte nie gedacht, dass ich mal in so eine Lage komme. Ich doch nicht !!! Medikamente lehne ich von Grund her ab, versuche mich selbst in den A … zu treten, klappt nicht immer! Dann sag ich mir, man Du bist gesund, schau runter wie schlecht es manchen im Freundeskreis geht, hilft dann auch bis wieder irgendetwas passiert und einen wieder runterzieht! Dann Igel ich mich wieder ein, Decke übern Kopp und am liebsten nicht aufstehen.
Manchmal kenn ich mic nicht wieder, aber es hilft nix man muss selber da durch.
Ich arbeite dran und hoffe der Sommer hilft und natürlich mein Töwerland, da bin ich glücklich. War jetzt gerade da, allerdings wetterbedingt nicht so pralle, aber hab meinen vielen Freunde und Bekannte getroffen, und das bringt mich immer wieder auf Trapp. In dem Sinne liebe Grüße Deine Elli ❤️
Liebe Elli, vielleicht wäre es fast besser, Du würdest da gar nicht so gegen ankämpfen, sondern Dir auch „einfach mal“ solche Tage „gönnen“ – in denen Du Dir tatsächlich die Decke über den Kopf ziehst, ins Kissen weinst und den Emotionen freien Lauf lässt. Natürlich sollte man dann auch wieder herauskriechen (wenn das Hüpfen nicht geht…) aus dem Loch. Aber es ist ist so anstrengend, ständig gegen seine Gefühle anzukämpfen und immer stark zu sein. Gönn Dir Deine schwachen Momente – danach kannst Du vielleicht besser und leichter wieder die oft lachende und fröhliche Elli sein!
Ich drück Dich!
Danke für die wunderbaren Geschichten und Erlebnisse, die ich sehr gerne lese.
Von Herzen gerne, liebe Christa! 🙂
Liebe Uta, danke für Deine aufmunternden Worte!
Ich kenne mich selbst manchmal nicht wieder! Aber es nützt nix, da muss ich durch. Hoffe, der Sommer hilft dabei🙏 drück Dich 💋
Lass es zu – gegen seine Gefühle kämpfen bringt meist nichts, denn sie wollen einfach gelebt sein. Und wie Du sagst – der Sommer hilft bestimmt und bringt dann auch wieder sonnige Tage
Drück Dich auch