In der letzten Woche hat meine Tochter doch tatsächlich ihre letzte Abitur-Prüfung hinter sich gebracht, mein Sohn hatte schon drei Woche vorher seine letzten Fachabitur-Klausuren… insofern: das ist geschafft und somit quasi auch fast die Zeit, in denen ich SCHUL-Kinder hatte.
Das ist krass… und ich kann es irgendwie noch gar nicht richtig realisieren. Davon mal ganz abgesehen, dass ich ja sowieso kaum glauben kann, dass meine süßen kleinen, frechen und fröhlichen Wirbelwinde zu zwei (vor dem Gesetz) erwachsenen Persönlichkeiten herangewachsen sind – gefühlt sind sie nämlich in diesen Zustand gehüpft!
Aber jetzt kann ich kaum glauben, dass ich nie wieder Schulhefte, Radiergummis, Lernbücher, Malkästen und Lektüren kaufen werde, dass das Thema Pausenbrotdosen sozusagen der Vergangenheit angehört und ich zu keinem Elternabend mehr muss.
Wo 13 Jahre alles vorgegeben, in Struktur und geregeltem Ablauf verlaufen ist, wartet jetzt das extrem große und sicherlich auch ein wenig beängstigende Feld der eigenen Entscheidungen, der Selbstfindung und der beruflichen Zukunft. Ich kann mich noch sehr gut an dieses Gefühl nach dem Abitur erinnern – zum einen die riesige Erleichterung, die Schulzeit hinter sich zu haben, das mühsam ins Gehirn gestopfte Wissen ganz schnell wieder vergessen zu können, weil man es vermeintlich ja eh nie wieder braucht (wie kann man sich in diesem jugendlichen Leichtsinn doch auch mal irren…) und dass das Lernen vorbei ist. Zum anderen die große Unsicherheit, was nun werden soll – als würde man nach einer anstrengenden und langen Bootstour, bei der man ordentlich mit anpacken musste, plötzlich im Ozean schwimmen und das gewohnte Schiff fährt ohne einen weiter. Man fühlt sich frei, aber auch ganz schön verwirrt – wohin soll ich schwimmen, wo finde ich eine schöne Insel mit festem Halt und ausreichend Sicherheit und kann das meine neue Heimat werden, in der ich den größten Teil des Tages verbringen muss?
Heutzutage mit dieser noch viel größeren Anzahl an Möglichkeiten als wir damals ist es bestimmt noch schwieriger, die richtige Entscheidung zu treffen – wenn man im Meer so viele Insel sieht, dass man den Überblick verliert, kann es schwer sein, die zu finden, die einen erfüllt und glücklich macht.
Meine Kinder haben Pläne – noch ein wenig schwammig und weit davon entfernt, mit richtiger Überzeugung vorgetragen zu werden. Aber ich bin sicher – sie werden ihren Weg gehen und ich bin stolz und glücklich, dass ich sie dabei (mit schwindender Intensität) begleiten darf.
Demnächst bringen wir erstmal die Abitur-Übergabe-Feiern und Abi-Bälle hinter uns (dafür gehe ich heute mit Johanna schicke Klamotten shoppen!) – dann sehen wir weiter. Irgendwann werde ich es auch begriffen haben, dass meine Kinder jetzt schon so groß sind… irgendwann! 🙂

…Und als Mutter schwankt man gefühlsmäßig zwischen Wehmut und Stolz. Loslassen müssen und dürfen. Mehr Stille und mehr Freiheit.
Herzlichen Glückwunsch zu zwei tollen Kindern, die auf jeden Fall immer das Wertvollste bleiben, was Du hast!
Was für wunderschöne Worte, liebe Julia!!!!!! ❤️❤️❤️❤️ Ich danke Dir von Herzen dafür!
Liebe Uta, Du wirst weiterhin Mutti und sicherer Hafen für Deine Kinder bleiben. Doch es erfüllt auch mit Stolz und Freude zu erleben, dass Deine Kids nun vermehrt ins eigenverantwortliche Leben hüpfen. Sie werden fortwährend neue wichtige Erkenntnisse sammeln, auch aus ihren Fehlern lernen dürfen und es wird noch eine ganze Weile dauern (so wie bei unseren Kindern), bis sie zu Erwachsenen herangereift sind.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es anfangs ziemlich schwerfällt, den „Mamafürsorgemodus“ deutlich einzuschränken, damit die Kids tatsächlich „ihre passende Insel“ selbständig finden können. Du wirst für sie immer ein sicherer Hafen bleiben, es wird eure innige Verbundenheit auch verstärken.
Auch schließe ich mich Julia an: mehr Stille, aber auch mehr Freiheit für Dich und Deine Interessen in Deinem neuen Leben als Mutti zweier fast erwachsener Kids.
Ja, es ist ändert sich ja auch tatsächlich meine „Rolle“ als Mama schleichend (gefühlt hüpfend! 🙂 )
Vielen Dank für Deine klugen Gedanken dazu, liebe Gabi!
Mama bin ich nicht, aber trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – wärmt mir das Foto deiner zwei Süßen, als sie noch klein waren, so richtig das Herz!!! Danke dir fürs Teilen!! Und gleichzeitig ein ganz inniger Dank an meine beste Freundin und deren Tochter, die mich schon von Anfang an am Leben ihrer tollen sechsjährigen Enkelin bzw. Tochter teilhaben lassen :))) !
Wie schön, liebe Melanie… zum einen, dass meine beiden Kleinen (damals…!) Dir so das Herz wärmen – welch tolleres Kompliment kann es für eine Mama geben?!? – und zum anderen, dass Du so eine tolle Familie hast (denn nichts anderes ist das, was Du beschreibst). Du hast es sowas von verdient!!!