Ein anderes Phantasiespiel

Wo wir ja bereits im letzten Artikel beim gleichen Thema waren – nämlich die wunderbare Freizeitbeschäftigung des Rumsitzens und seinen Gedanken gespickt mit viel Phantasie so richtig schön freien Lauf lassen – am Wochenende haben mein Mann und ich wie so oft etwas ähnliches getan und wir mögen das soooo gerne!

Muss dafür ein bisschen ausholen, denn wir waren mal wieder mit Wohnmobil Walter unterwegs – diesmal sind wir bis ganz nach Berlin gegurkt, denn wir hatten für Freitag Konzertkarten für die australische Band „Fat Freddy´s Drop“ (machen so eine Mischung aus Reggae und Ska und sind live einfach nur großartig!) und haben deswegen das Wochenende komplett in der Hauptstadt verbracht. Wir beide lieben Berlin – niemals nie würden wir dort wohnen wollen, aber für ein paar Tage finden wir die Stadt echt super! Diesmal hatten wir für den nächsten Tag sogar ein richtiges „Touri-Programm“ gebucht – nämlich eine 2 1/2 stündige Führung durch das Regierungsviertel mit Besuch des Reichstags, des Plenarsaals (der im Fernsehen definitiv viel größer aussieht) und der Dachterrasse mit Kuppel. Was für eine phantastische Aussicht man dort oben hat – und wir haben von unserem sehr sympathischen Guide auch noch so allerhand erfahren, was wir vorher ganz bestimmt nicht gewusst haben.

Mit so viel Wissen und Input gestopft, wollten wir uns eine nette Pause gönnen und haben uns Nähe des Brandenburger Tors in ein schönes Café gesetzt, leckeres Glas Wein bestellt und dann gings los…

Das Spiel heißt quasi „Leute beobachten“… Auch hier muss ich einen kleinen Erklärungsschlenker machen: ich liebe Menschen (ganz sicherlich muss man hier ein paar Einschränkungen machen – gerade auch im Hinblick auf so einige Personen, die derzeit sehr viel Macht besitzen…). Ich habe es hier ja auch schon mehrfach erwähnt: obwohl sich Menschen oft gegenseitig verletzen, schlimme Dinge antun und oftmals sehr zerstörerisch gegenüber unserer Welt unterwegs sind, so glaube ich dennoch weiterhin an das Gute in uns und halte daran auch fest. Und wie oft erlebt man eben auch Situationen, in denen man wunderbaren Mitmenschen begegnen, liebevolle Beziehungen führen, achtsame Gesten erfahren und schöne Momente teilen darf.

Wenn ich dann also so mit meinem Mann an so belebten Plätzen wie in Berlin sitze und der Tag mit den Personen an uns vorbeischlendert, dann machen wir uns oft auf zum Beispiel besonders hübsche Exemplare der menschlichen Gattung aufmerksam, erzählen uns gegenseitig ausgedachte Geschichten über die ein oder andere Person und überlegen, wo die eine Frau wohl herkommen oder was der Mann, der an uns vorbeiläuft, wohl vorhaben mag. Oder eine Person erinnert uns an früher, so dass wir ins erzählen unserer Vergangenheit kommen und uns noch mal besser kennen lernen.

Macht Ihr das auch?

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Uta, da ich (leider) immer alleine an solchen Plätzen sitze, mache ich das für mich. Ich liebe es, einfach dazusitzen und Leute zu beobachten. Auch ich glaube immer noch das Gute. Die meisten Menschen sind durchaus nett, sympathisch und ein Gespräch oder Kennenlernen wert.

    Übrigens gibt es kostenlose Touren für politisch Interessierte Bürger nach Berlin. Hotel, Verpflegung, Reise und Unternehmungen kostenfrei. Man muss sich dafür nur bei der Partei seiner Wahl dazu anmelden.
    Liebe Grüße
    Ute

    • Liebe Ute,
      ja, eine derartige „Partei-Tour“ habe ich im Rahmen meiner Radiomoderatorin-Zeit auch mal gemacht und bin da natürlich auch durchs Regierungsviertel. Auf eigene Faust loszuziehen hat aber natürlich auch seine Vorteile. 🙂

  2. Liebe Uta, auch ich freue mich immer sehr über nette Gesten liebenswerter, empathischer Menschen, selbst wenn ich sie gar nicht kenne. Das sagt so viel über sie und ihr Gespür für ein gutes zwischenmenschliches Miteinander aus. Finde ich sehr wertvoll und gehe dann gerne ebenso lieb und nett auf sie zu.
    Leute zu beobachten und mir auszumalen, was eventuell in ihnen vorgehen könnte, ist aber nicht so meins. Aber die vielfältige Natur und Tierwelt um mich herum (oft sogar staunend) im Blick zu haben, ist für mich wie ein buntes Kaleidoskop und macht „tierisch“ Spaß.

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