4 – 7 – 8

Das Leben bietet neben vielen Gründen zum Hüpfen ja besonders seit einiger Zeit auch jede Menge Herausforderungen und wird gefühlt immer schneller, lauter, wilder und auch stellenweise ungemütlicher. Das menschliche Miteinander ist rauer geworden, die Zukunftsaussichten irgendwie düsterer und man fragt sich immer öfter: Wann ist das alles passiert und wo war ich da gerade?

Viel daran ändern können wir wohl nicht – es liegt nicht so wirklich in unserer Macht, die Welt als Ganzes zu retten und die Superkräfte scheinen eher Personen inne zu haben, deren Absichten nicht „die Besten“ sind. Aber ich hab es ja schon ein paarmal geschrieben hier im Blog: wir können unsere eigene kleine Bubble mit möglichst viel positiver Energie, mit ganz viel Licht und Liebe gestalten – und je mehr Menschen das tun, umso größer ist der Effekt und heller wird es auch um uns herum.

Am besten ist es da, wir fangen bei der Person an, die uns am nächsten ist, die wir ohnehin den lieben langen Tag um uns haben und die sich quasi auch gar nicht dagegen „wehren“ kann: am besten beginnen wir bei uns selbst.

Und auch da muss es gar nichts riesig Großes sein, wir müssen nicht unser komplettes Leben umkrempeln, sondern können im Kleinen und sogar ganz im Geheimen etwas für uns tun, was aber eine enorme Wirkung auf uns und unser Seelenleben haben kann.

Ich habe seit einiger Zeit die 4 – 7 – 8 Atemübung für mich entdeckt, die ich auch sehr oft mit den erwachsenen Patienten auf meiner Arbeit (Therapiestation für 0-6 jährige und deren Eltern) durchführe, weil es besonders in angespannten Situationen total helfen kann. Die Übung kann man quasi überall machen – im Bus, in der Dusche, auf der Straße, im Bett… atmen müssen wir ja sowieso und eine gezielte, gelenkte Durchführung wirkt sich oft ganz schnell auf unser vegetatives Nervensystem aus, indem es den Parasympathikus anregt, der ja als der Ruhe- und Erholungsnerv unseres Körpers gilt.

Die 4-7-8-Atmung wurde von einem alternativmedizinischem Arzt aus den USW entwickelt und ist eine tiefe rhythmische Atemtechnik, die sehr entspannend wirkt und nicht nur Ängste lösen kann, gelassener macht und einen zu hohen Blutdruck senken kann, sondern auch bei Einschlafstörungen hilft und insgesamt für eine deutlich höhere Resistenz gegen Stress sorgt. Der Fokus liegt hauptsächlich auf der Ausatmung, weil man ja gerade in angespannten Momenten dazu neigt, viel zu schnell und zu viel einzuatmen.

Die Durchführung ist denkbar einfach und erinnert an die typischen Atemtechniken aus der Meditation oder dem Yoga:

  1. Ausatmen bis Deine Lungen vollkommen leer sind
  2. Atme nun langsam durch die Nase ein – dabei innerlich bis 4 zählen
  3. Den Atem dann 7 Sekunden lang anhalten, bleibe dabei entspannt
  4. Atme nun 8 Sekunden lang kräftig und gerne geräuschvoll durch den Mund aus
  5. Wiederhole das Ganze 4-mal

Es braucht vielleicht ein bisschen Übung, weil wir es tatsächlich eher gewohnt sind, uns auf die Einatmung zu konzentrieren und uns die 7 und 8 Sekunden anfangs viel zu lang vorkommen – es lohnt sich aber, es zu trainieren.

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