Kinderträume

Bekanntermaßen bin ich ja eine große Freundin von der Arbeit am „inneren Kind“ – ich bin einfach ganz fest davon überzeugt, dass von dem kleinen, jungen Ich von damals noch vieles (wenn nicht alles) in uns drin steckt und wir es nur mit unseren Erfahrungen, Erlebnissen, Narben und der oftmals harten Realität des Lebens immer mal wieder ein wenig vergraben haben.

Es lohnt sich aber sehr, da die Schaufel in die Hand zu nehmen und Platz für die kindliche Ausgabe unserer Seele zu schaffen. Denn nie war unser Blick ehrlicher, nie war unser Optimismus größer, nie war unser Vertrauen stärker und nie hingen unsere Träume höher.

Und auch, wenn unser erwachsenes Ich es tatsächlich irgendwie besser weiß, macht es dennoch Sinn, sich in so mancher Situation, in einem Entscheidungsprozess oder einfach nur fürs gute Gefühl an die Magie der früheren Kinderträume zu erinnern.

Was haben wir früher geliebt? Was haben wir uns vorgestellt? Wie haben wir uns die Welt ausgemalt? Nehmt die buntesten Farben aus Eurer Erinnerungskiste und pinselt drauflos…

Seid gedanklich genauso tollkühn wie einst, als Ihr zum allerersten Mal vom Sprungturm ins tiefe Wasser gehüpft seid.

Seid gedanklich genauso mutig, wie nur mit einer Taschenlampe bewaffnet in den dunklen Keller zu gehen und Euch den reellen Spinnen und den Phantasiemonstern hinter der Tür zu stellen.

Seid gedanklich genauso furchtlos wie beim Berg runterfahren die Hände vom Lenker des Fahrrads zu nehmen und sich zu fühlen wie ein Vogel im Wind.

Seid gedanklich genauso kühn wie am ersten Schultag, wo Ihr den netten Jungen/das hübsche Mädchen gefragt habt, ob er/sie nachmittags mit Euch spielen möchte.

Seid gedanklich genauso unerschrocken und glaubt fest daran, dass Ihr Astronaut, Balletttänzerin, Oscarpreisträgerin oder Fußballprofi werden könnt.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. So wie Du es beschreibst, ist es tatsächlich auch für mich: wegen des warmen guten Gefühls erinnere ich mich immer wieder gerne an meine Kindheitstage, die ich spontan und unbefangen, ziemlich naiv sowie nicht berechnend und ohne Weitblick (er)lebte.

    Besonders in Erinnerung sind mir diverse Mutproben geblieben, fix Nachbars Kirschen zu klauen, obwohl er schimpfend versuchte, uns zu schnappen, mit Wahnsinns-Herzklopfen vom Dreimeterbrett mit schmerzhaftem Bauchklatscher zu hüpfen (die Anderen beherrschten es aber perfekt!), Spinnen und Greuelmonster im Keller inklusive und das großartige Gefühl, es heldenhaft bewältigt zu haben. Im harten Frostwinter auf einer Baustelle an einem Metallpfahl zu lecken: die Zunge klebte daran gefroren fest, Auatränen und schadenfrohens Gelächter der Älteren.

    Aber auch viele sommerliche Naschtage (Bauchwehalarm) mit Nachbarskindern in Omas Obstgarten im Tipizelt oder Hühnerstall, gemeinsamem Kuchenbacken unter ihrer geduldigen Anleitung, Schlittschuhlaufen auf dem winterlichen Kahnweiher, wo wir auch eine lange Eisrutschbahn „anschlugen“, mit vollem Anlauf mutig darüberschlidderten und uns oft die Knie prellten und viele lustige Brett- und Bastelspiele bei uns zuhause an Regentagen. Und dann die goldenen Erinnerungen an den Weihnachtszauber, den unsere Eltern uns so liebe- und phantasievoll bescherten; unsere noch so jungen unschuldigen Kinderherzen waren schier aus dem Häuschen vor Begeisterung. All das bleibt dankbar in mir für alle Zeit! :-)))))

    • Was für schön und intensive Kindheitserinnerungen, liebe Gabi! Klingt, als wäre aus der glücklichen kleinen Gabi eine glückliche große Gabi mit viel Kindheit im Herzen geworden!

  2. Diese Kindheitserinnerungen sind wirklich mein ganz großer Schatz – tief in meinem Herzen verwahrt. Es waren ja nicht nur positive Erfahrungen, sondern auch dunkle Momente dabei. All das gehört ja zum gesunden Kindsein dazu: eigenständig Erfahrungen zu sammeln, daran zu wachsen und die Chance zu haben, sich fortwährend weiterzuentwickeln.

    Selbst im längst reifen Erwachsenenalter sollte es im besten Fall nicht enden: nicht nur rational bewerten, sondern auch auf unser Inneres Kind achten und erst dann handeln. Das ist zumindest für mich hilfreich.

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