Don´t forget to küss

Heute habe ich meinen persönlichen Slogan mal ein wenig verändert – aber ein guter Kuss bringt das Herz ja auch automatisch zum Hüpfen! 🙂

Ich habe letztens ein kleines Video von einem psychologischen Experiment gesehen, bei dem sich zwei völlig wildfremde Menschen küssen sollten. Sie durften das natürlich frei entscheiden, ob sie sich sympathisch genug dafür finden und ob sie sich das tatsächlich trauen. Bei mehreren Paarungen wurde es einem ganz warm, denn obwohl sie sich ja nicht kannten, haben sie durch ihren Kuss so viel Innigkeit und Gefühle ausgetauscht, dass man ganz berührt war.

Ein Kuss ist eben so viel mehr als das Aufeinanderdrücken unserer Lippen – ein Kuss aktiviert unser Emotionsareal im Gehirn wie auf Knopfdruck, lässt ganz viele Hormone sich wie in der Disko fühlen und gleichzeitig ist es ein Test für das genetische Material unseres Gegenübers.

Ein Kuss kann alles verändern – kennt Ihr das auch? Ich für meinen Teil wäre ja zum Beispiel super gerne Schauspielerin geworden – hätte mit Kuss-Szenen aber insofern echt ein Problem gehabt, weil ich mich garantiert in jeden Kollegen/jede Kollegin dabei verliebt hätte.

Nehmt Euch doch mal eben einen schönen Moment und erinnert Euch an „den ersten Kuss“ – den man meistens ja auch ein paarmal im Leben hat – wie aufregend der war und wie anders man den betreffenden Menschen anschließend betrachtet hat. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen: wen man einmal richtig geküsst hat, mit dem ist man irgendwie für immer verbunden.

Natürlich wurde auch auf diesem schönen Gebiet bereits jede Menge geforscht und kluge Menschen haben sich gefragt, warum wir Menschen uns eigentlich küssen? So vermutete Sigmund Freud Anfang des 20. Jahrhunderts, dass das Saugen an der mütterlichen Brust dem Baby einen derart großen Genuss verschaffen würde, dass sich der Erwachsene noch immer nach jener oralen Befriedigung sehnen würde, was er dann durchs Küssen versucht zu kompensieren. Später stellte der britische Zoologe Desmond Morris die These auf, die Mütter hätten den sogenannten Urkuss erfunden: In der Frühzeit des Menschen hätten Frauen ihren Kindern das Essen vorgekaut und dann mit gespitzten Lippen eingeflößt – ähnlich wie es Schimpansenweibchen heute noch tun. Mit der Zeit seien sie dann dazu übergegangen, ihre Kinder durch liebevolles Küssen zu beruhigen und ihnen ein Gefühl der Geborgenheit zu vermitteln. Und daraus habe sich der partnerschaftliche Kuss entwickelt. Auch die Kulturwissenschaftlerin Ingelore Ebberfeld sucht den Hintergrund bei den Tieren – viele von diesen schnüffeln zur Begrüßung oder während der Partnersuche am Hinterteil eines Artgenossen – dieses Ritual aber wurde für unsere Vorfahren schwierig, als sie ihren Oberkörper aufrichteten und auf zwei Beinen zu laufen begannen, so die These der Kussforscherin. Mit dem aufrechten Gang habe sich die Geste wohl vom Gesäß zum Gesicht verlagert.

Das Bild zeigt meinen Mann und mich gestern im Museum – erwischt!!!! 🙂 🙂 🙂

Wie und warum auch immer wir Menschen uns küssen – ein Kuss schafft so viel emotionale Nähe zwischen zwei Menschen wie wohl kaum eine andere Berührung. Nicht umsonst ist die Lippenhaut besonders dünn und verfügt über extrem viele empfindliche Nervenzellen. Der beim Küssen freigesetzte Oxytocin-Schub erzeugt Gefühle der Zuneigung und Verbundenheit. Küsse mit dem Partner können das Glück in der Beziehung steigern und sind insbesondere in langjährigen Beziehungen wichtig.

Darüber hinaus ist Küssen gesund – das Immunsystem wird angeregt, der Abbau des Hormons Cortisol vermindert Stress. Und Forscher haben herausgefunden: Menschen, die viel küssen, leben länger.

Also… auf geht´s!!!!!! 🙂 Ich wünsche Euch ganz viel Spaß und klopfende Herzen!

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Meine Liebe, wie treffend und schön Du das Küssen beschreibst!
    Bei dem letzten Satz über Deinem Kussfoto würde ich mal sagen, …
    die Geste vom Gesicht zum Gesäß verlagert. 😂 weiste was ich meine !
    und küssen ist auch nicht altersabhängig, hab ich festgestellt.
    In diesem Sinne, weitermachen 🙏😂💋

    • Ja, ich musste bei dem Satz mit der Geste auch sehr grinsen, liebe Elli! Und wie wunder-wunderbar, dass Du weiterhin küsst und ich kann Dir auch nur sagen: Hör niemals damit auf!!!!!!

  2. Schön beschrieben und ja: auf jeden Fall weitermachen, wenn’s das „passende“ Gegenüber gibt!

      • Jaaaa, welch‘ natürlicher prickelnd magischer Moment. Stell Dir vor, man könnte auf diese Weise sämtliche Kriege auf der Stelle beenden und einander versöhnlich und vertrauensvoll umarmen! Zu schön, um jemals wahr zu werden!

        • Das ist wirklich eine schöne – und wahrscheinlich tatsächlich leider unrealistische – Vorstellung, liebe Gabi… aber lass uns einfach weiter davon träumen!

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