Verbummelte Zeit

Zurück im Alltag, zurück von unserer ersten etwas längeren Tour mit dem Wohnmobil Walter – und wie immer warte ich noch darauf, dass meine Seele auch zurück findet. Diesen Zustand finde ich stets echt spannend: man ist körperlich und von außen betrachtet ganz „normal“ (was auch immer das in Bezug auf mich heißen soll… 😉 ), die Umwelt ist auch ganz die Alte und man fügt sich oberflächlich so ein, als wäre man nie weg gewesen… aber innerlich fühlt man sich so „anders“, so unvertraut mit sich selbst und ein bisschen fremd. Ich finde, da trifft es die Vorstellung, dass die Seele eben nicht einfach mit in den Wagen zur Heimfahrt eingestiegen ist, sondern noch eine Weile verbleibt und tatsächlich nach kommt, einfach total. So lange man sich wirklich sicher ist, dass man eines Tages wieder „vollständig“ ist.

Ich kann die Seele da auch gut verstehen. Es ist mir – mal wieder – sehr schwer gefallen, dieser so wertvollen Zeit ein Ende zu bereiten und wieder in mein gewohntes Leben zurück zu gehen. Das Besondere daran ist häufig gar nicht der Ort an solches – zwar hatten wir diesmal einen unglaublich tollen Stellplatz, der etwas erhöht lag mit direktem Blick auf die Ostsee und dazu noch mit schönen Hecken geschützt, und ich mag diesen Campingplatz ohnehin so gerne, weil die Leute dort so nett sind und es dort einfach entspannt zugeht – das Besondere ist viel mehr der Zustand der Tage. Den es nämlich eigentlich gar nicht gibt – mein Mann und ich schaffen es oft, gar nichts zu planen, uns nichts vorzunehmen, uns einfach treiben zu lassen. Und wenn wir doch vorhatten, etwas zu unternehmen, passiert es ganz häufig, dass wir uns buchstäblich festgesessen und -gequatscht haben… dass wir unser Vorhaben einfach verschieben oder fallen lassen, weil wir einfach UNS genießen, den Tag verbummeln… ein so herrliches Gefühl!

Ganz ohne schlechtes Gewissen (ganz im Gegenteil) abends den Gedanken zu haben: Du hast nichts getan, nichts geleistet, Dich nicht angestrengt… Du hast alles richtig gemacht! Das ist so wertvoll und erholsam für Körper und eben auch für die Seele – da gönne ich ihr von Herzen noch eine Weile außerhalb von mir.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. wie gut sich das anhört, liebe Uta❤️Gönn deiner Seele ruhig noch ein wenig diesen Zustand😊

    • Hey, meine Liebe! Ja, das tue ich durchaus… soll sie ruhig noch eine Weile ihre Zeit an der See verbummeln – ich weiß ja, dass sie zurückkommt! 🙂

  2. Wunderbar – sich einfach erholsam durch den Tag treiben zu lassen, das ist wahrlich Balsam für’s Gemüt. Dass Deine Seele noch ein Weilchen braucht, um wieder in den disziplinierten und getakteten Alltag zurückzufinden ist genau richtig so, man kann es achtsam genießen.
    Und – noch mehr Grund zur Entspannung ist: nach dem Seelenbaumeln am Meer ist ganz sicher VOR der nächsten wohligen Genuss-Auszeit und schenkt noch mehr Freude. Ich schicke Dir liebe Frühsommergrüße. :–)))))

  3. liest sich traumhaft, du kennst ja doch Pause machen!
    Und gestern im WDR, in einer Sendung bzgl Urlaub, wurde berichtet, die Vorfreude auf den nächsten Urlaub trägt erheblich zur Entspannung bei.
    Es gibt bestimmt schöne Romane, die an der Ostsee spielen….könnte bestimmt bei einer Auszeit in Richtung Seelen- Auszeit helfen….

    • „Du kannst ja doch Pause machen…“ bei dem Satz musste ich echt grinsen, liebe Sabine! Ja, erstaunlich, aber wahr… mittlerweile kann ich das wohl! 🙂
      Ganz liebe Grüße und wunderschöne Pfingsten für Dich

      • liebe Uta,
        auch dir und deinen Lieben, sowie allen hier, wünsche ich
        💐 frohe Pfingsten 🌸

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