Ernest Hemingway (1899-1961) war nicht nur einer der erfolgreichsten und bekanntesten US-amerikanischen Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts (u.a. erhielt er den Literaturnobelpreis und den Pulitzer-Preis für seine Novelle „Der alte Mann und das Meer“), sondern auch Reporter bzw. Kriegsberichterstatter, Hochseefischer und Abenteurer. Und wenn man sich mal Fotos von ihm anschaut, dann sieht man ihm das auch an:

Allerdings war Hemingway auch ein schwer kranker Mann – er litt an schwerer Alkoholsucht, Verfolgungswahn, Depressionen, einer vermuteten bipolaren Störung und den Spätfolgen mehrerer heftiger Gehirnerschütterungen. Denn immerhin hatte der Schriftsteller zwei Flugzeugabstürze innerhalb von nur zwei Tagen bei einer Safari in Afrika überlebt.
Und dennoch gibt es ein Zitat von ihm, welches ich letztens in einem Buch gelesen habe, das ich sehr beeindruckend fand und welches angesichts seines teilweise schweren Lebens noch an Bedeutung gewinnt:
“ We are all broken, that´s how the light gets in“
Dieser Gedanke, dass wir alle zerbrochen sind, Risse in unserer Seele haben, weil uns Menschen und Situationen begegnet sind, die uns nicht gut getan haben, weil wir Erfahrungen gemacht haben, die Spuren und Narben hinterlassen haben, weil wir gelitten, geweint und verloren haben – und dass dies aber zu Lücken führt, durch die wir das Licht in uns einlassen können, ist wunderschön und tröstend.
Andere Quellen besagen, dass dieser Satz gar nicht von Hemingway stammt und ihm fälschlicherweise zugesprochen wird – so könnte das Zitat auch von Leonard Cohen (aus seinem Song „Anthem“) stammen.
Wie auch immer und wer auch immer es als erstes gesagt hat – ich finde, es führt uns sehr gut vor Augen, dass Schmerz, Traurigkeit und Verlust nicht nur zum Leben dazugehört, sondern dass all das auch letztendlich dazu führen kann, all die positiven Dinge noch besser zu sehen, anzunehmen und uns daran zu erfreuen.
Oh ja, das sehe ich auch so! Schlimme Erlebnisse wie z.B. schwere menschliche Enttäuschungen, Krankheit und Verluste lassen die Seele heftig stolpern. Um den Schmerz zu überwinden, wieder heilen zu können, hilft es sehr das Geschehene als unabänderlich anzunehmen, es nicht zu verdrängen. Sich aber zu sagen: wo Schatten ist im Leben, da gibt es auch Licht. Sich vor Augen zu führen, was man Gutes, Mut machendes finden und (er)leben kann, wenn man offen bleibt, aufrecht auf dem helleren Weg nach vorne zu gehen, ist immer ein Gewinn für Körper und Seele, lässt wieder zuversichtlich und froher werden.
Wieder mal sehr schön und treffend formuliert, liebe Gabi