Die Sonne lacht mir gerade durchs Fenster mitten ins Gesicht, draußen pfeifen die Vögel ein lautstarkes Konzert und durchs Fenster kann ich die vielen lila und gelb blühenden Krokusse in unserem Vorgarten erspähen. Ich weiß nicht, wie es Euch erging, aber dieser erste kleine Frühling kam ganz schön plötzlich… und sooooo von mir herbei gesehnt!
Denn ich hatte Euch ja von meiner Angststörung berichtet und dass dieser Winter, den man mit seinem vielen Schnee, seinen eiskalten Tagen und zugefrorenen Straßen ja wirklich mal so nennen konnte, mir in Sachen Auto fahren ganz schön zugesetzt hat. Annähernd zwei Monate bin ich eher zu Fuß gegangen oder habe die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt – ging auch, aber leider nicht alles…
Denn in mein Sportstudio, in das ich sonst so eifrig für meinen Nacken dreimal die Woche gegangen bin, kommt man blöderweise von unserem Häuschen nicht so einfach hin – soll heißen: ich habe echt viele Wochen nicht trainieren können. Und wie schnell das dann geht, dass die mühsam aufgebauten (immer noch kleinen) Muskeln sich wieder zurückbilden und im Gegenzug der innere Schweinehund wieder zu Elefantengröße wächst… Der hat dann heute Morgen auch ganz schön laut rumgemault und lamentiert, als ich mich endlich mal wieder auf den Weg zum Sport machen konnte.

Mein Körper und meine Kondition haben es mir deutlich, mit Leuchtraketen, wehenden Fahnen und wildem Winken gezeigt: ich darf da wieder recht von vorne anfangen.
Und warum erzähle ich Euch das?!? Weil ich mir dabei gedacht habe, dass man dies auch mal wieder echt gut auf so viele andere Situationen anwenden kann: die Spitze eines Berges erreicht man nicht mit einem riesigen Hüpfer (das ist selbst mir klar!!! 🙂 ), sondern nur, wenn man einen kleinen Schritt nach dem anderen macht. Und manchmal rutscht man aus unterschiedlichen Gegebenheiten oder verschiedenen Gründen eben eine Strecke des geschafften Weges wieder nach unten. Das kommt vor, das kann auch ganz nett nerven und man könnte sich ziemlich ärgern – besser ist es aber, sich den Dreck vom Hintern zu wischen, in die Hände zu klatschen und sich darüber zu freuen, dass man immer noch auf dem richtigen Pfad ist, dass man die Chance auf eine Wiederholung hat (vielleicht sieht man auf der Strecke ja etwas Tolles, was einem bereits begegnet ist und gut getan hat) und dass das Ziel weiterhin geduldig auf einen wartet.
Mein erster kleiner Schritt ist also wieder getan, mein Schweinehund knurrt und wundert sich über sein Schrumpfen – und was soll ich sagen: mehrere Leute im Sportstudio haben mich eben angesprochen, dass ich ja echt lange nicht da war – ich wurde also wohl vermisst und das ist ja auch ein schönes Gefühl! 🙂
Liebe Uta, zeig‘ Deinem Schweinehund ’ne „lange Nase“, denn Du weißt genau, was Dir gut tut und Dich aufbaut. Mache Dir keinen Druck, habe Geduld mit Dir, auch mit noch so kleinen Hüpfern kommst Du ans Ziel.
Eis und Schnee sind endlich vorbei, der Frühling lässt sich nicht mehr ausbremsen. :-)))))
Ach, die liebe Geduld… die ist bei mir ja nicht ganz soooooooo geballt vertreten, liebe Gabi! 🙂 Aber mittlerweile weiß ich ziemlich gut um die Magie der kleinen Schritte und kann selbst mich Wirbelwind da ab und zu ausbremsen. 😉