Wahrscheinlich sind wir uns da alle einig, dass die 80er Jahre eine besondere Zeit war… die Mode war aus heutiger Sicht eher gewöhnungsbedürftig, die weltpolitische Lage ein wilder Mix mit einer dramatischen Zuspitzung des Kalten Krieges, einer unerwarteten Entspannung und dem Zusammenbruch des Ostblocks – man befand sich in extremen Kontrasten zwischen nuklearer Bedrohung und Hoffnung auf Abrüstung, Wirtschaftsaufschwung und Stagnation. Man demonstrierte gegen die Atomkraft, erlebte die Auswirkungen der RAF und den Fall der Berliner Mauer. Für mich als heranwachsende Jugendliche war vor allem die Musik der damaligen Zeit total prägend und ich liebe sie bis heute sehr.
Viele meiner „Mikrofon-Helden“, die ich in dieser Zeit zum Beispiel nur bei meiner damaligen Lieblingssendung „Formel Eins“ sehen konnte, habe ich inzwischen live gesehen – mit graueren Haaren, mehr Falten und zum Teil leichtem Bauchansatz – aber immer noch mit Begeisterung und fast immer noch kräftiger Stimme, zum Beispiel Tears für Fears, Morrissey, The Cure, Peter Gabriel, Sting (den sowieso), Depeche Mode, Dire Straits…
Vor ein paar Tagen durfte ich wieder meine Vergangenheit quasi live auf der Bühne erleben – „The Jeremy days“ aus Hamburg haben in ihrer Heimatstadt gespielt und ich wurde quasi in einer Zeitmaschine zurück geschleudert. „Brand new toy“ aus dem Jahre 1988 war lange Zeit mein absolutes Lieblingslied und ich verbinde es mit so vielen Gefühlen und Erinnerungen: Ich war sehr verliebt in einen echt tollen Jungen, der sich auf einer Party für mich dieses Lied vom DJ gewünscht und mich zum Tanzen aufgefordert hat. Ich sehe noch sein breites Grinsen und seine leuchtenden blauen Augen – und verstehe bis heute nicht, warum aus uns nie was geworden ist… aber sei´s drum. 🙂 Und ich sehe mich – im so komplizierten Stadium zwischen nicht mehr Kind und noch lange keine Frau sein, meinem Tagebuch die geheimsten Träume anvertrauend, heimlich abends ins Kissen weinend, an eine glänzende Zukunft als Schauspielerin glaubend, verunsichert und doch unbeschwert.

Einen Abend lang war das alles wieder ziemlich präsent – es hat sich also gar nicht so viel verändert… und doch so gut wie alles!
Was würdet Ihr Eurer damaligen jugendlichen Version heute sagen wollen, wenn Ihr die Chance dazu hättet?
Liebe Uta, ich denke, mit dem Wissen von heute und den gemachten Lebenserfahrungen (gute und weniger schöne), würde ich der jugendlichen Gabi sehr viel entspannter und gelassener begegnen. Ich würde ihr raten, einfach locker zu schauen, was die nächsten Schritte ins Erwachsenenleben mit sich bringen.
Mittlerweile akzeptieren wir längst, dass wir „die Welt nicht einfach so verändern“ können und versuchen, das Beste aus allem zu machen. Eine offene positive Einstellung hilft uns dabei und stärkt uns auch, wichtige Weichen zu stellen, ohne den Ausgang wirklich zu kennen.
Mein Musikgeschmack ist, bis auf die Dire Straits (Sultans of Swing, Brothers in Arms!!!) ein anderer, weil ich früher geboren wurde. Mark Knopfler und vor allem David Gilmour schätze ich aber noch immer sehr, vor allem aber Wolf Maahn (mit seinen aus der Seele kommenden berührenden und so wahren Texten). Schmerzlich vermisse ich noch immer Udo Lindenbergs in 2023 verstorbene Gitarristin Carola Kretschmer (ehemals Thomas Kretschmer) mit ihren voller Leidenschaft und Emotion gespielten Gitarrensoli.
Allen hier eine gute und entspannte Zeit, viel Freude und positive Energie, die uns durch die jetzigen kaum fassbar „idiotischen“ Zeiten helfen wird.
…..dass was du denkst ist richtig. bleib dabei und Zweifel nicht an dir.
bitte um Hilfe, wenn du den Weg verloren hast.
schaue in Richtung Sonne, dann fällt der Schatten hinter dich.
klingt wie Kalender -Sprüche, aber es kommen gerade in dieser doch eher unsicheren u vulnerablen Phase viele Eindrücke zum 1. Mal auf einen zu…… eine Lotsin wäre doch manchmal prima gewesen
Ich finde gar nicht, dass das wie Kalender-Sprüche klingt, liebe Sabine – oder wie bei einem sehr klugen Kalender!!!! 🙂
🙏
Liebe Sabine, in die Sonne, also vermehrt auf das Gute zu schauen und die Schatten hinter sich zu lassen, finde ich hochmotivierend. Es macht Lust und Neugier, in dieser teils „verrückten“ Welt noch mehr Licht zu entdecken! Toll, danke dafür!
☺️
Liebe Gabi – ich denke auch, dass das der große Vorteil an uns „reiferen“ Frauen ist – dieser reichhaltige Erfahrungsschatz, auf den wir in unsicheren Zeiten (von denen es derzeit ja leider reichlich gibt) und auf unwegsamen Wegen zurückgreifen können und die wachsende Gelassenheit, mit der wir dem Leben, anderen Menschen und uns selber begegnen können
Das gute an den reiferen Jahren ist: es ist nicht schlimm, wenn die „Sturm- und Drangzeit“ langsam nachlässt und dann abklingt. Im Gegenteil, es bleiben deutlich mehr wertvolle Momente, um ganz neue Lebensphasen zu entdecken und von Herzen zu genießen! Ich bin schon mittendrin und empfinde es als große Bereicherung. Man ist in achtsamer Balance und das tut so gut!
Ja, das kann ich gut nachfühlen, liebe Gabi!
:-)))))!!
💕