Zwar fand ich dieses Sprichwort schon immer irgendwie doof, weil es so wenig über familiäre Gefühle aussagt und für mich wenig Sinn ergibt – aber als Überschrift darf es diesmal gerne herhalten.
Denn die eigentliche Aussage des Zitats kann ich nach diesem Wochenende doch auch wieder mal bestätigen – wenn man verwandt ist und sich einfach zugehörig zueinander fühlt, dann ist es fast egal, dass ein richtig dicker Ozean normalerweise zwischen einem liegt und man alleine schon deswegen nicht ständig Kontakt hat – wenn man sich dann sieht, ist es einfach, als wäre es gestern das letzte Mal gewesen und man ist sich einfach vertraut.
So war es auch, als ich meinem älteren Neffen (dem Erstgeborenen meines Bruders – die Familie wohnt in Brasilien) letzte Woche Donnerstag am Flughafen um den Hals flog. Und glücklicherweise gab es auch zwischen uns und seiner uns noch zu diesem Zeitpunkt nur durch Fotos bekannten Freundin keinerlei Anlauf- und Berührungsprobleme. Die Tatsache, dass wir uns lediglich auf (auf beiden Seiten) gebrochenem Englisch verständigen konnten, hat es zwar manchmal etwas umständlicher, teilweise durchaus lustiger und in keiner Weise irgendwie schwierig gemacht.
Natürlich waren unsere Tage auch nicht völlig un-anstrengend – schon alleine die Strecken, die wir kreuz und quer durch Hamburg gehüpft sind, konnten sich sehen lassen – und es ist ja stets ein wenig schwierig, die Bedürfnisse und Belange von sechs Personen (also unsere Kernfamilie plus Besuch) mit eigenem Willen, Vorstellungen und Wünschen unter einen für alle passenden Hut zu stopfen. Das ist uns aber ganz gut gelungen und so sah ich eigentlich durchweg so aus:

Das Bild zeigt mich am Sonntag in dem Café im Bunker Hamburg, der ein echt tolles Ausflugsziel geworden ist, weil man von dort wirklich eine spektakuläre Sicht über die Stadt hat – und weil das Café über Schaukeln am Fenster verfügt… genau meins!!!! 🙂
Am Tag des Abschieds lag ein total berührender Brief meines Neffen auf meinem Bett, in dem er sich von Herzen bedankt hat und schrieb, dass sich seine Freundin extrem wohl bei uns gefühlt habe und er selber bei uns das gleiche Heimatgefühl im Bauch hatte, wie er es sonst immer bei meinen Eltern früher empfand. Ein besseres Feedback kann es wohl nicht geben und ich hab ganz viel Wärme im Herzen, wenn ich an diese Wort denke.
Oh….wunderschön. Das freut mich so für dich bzw. euch. Was für ein tolles Feedback ❤️
Welches Café ist das?
Oh, wie schön ist das denn?! Das freut mich für alle Seiten.❤️
…was für ein warmes Gefühl!, so schöne Worte in jedem auslösen. Er hat euch die Ehre erwiesen, zu sagen, in Deutschland bin ich bei euch tief verankert. Ihr seid meine sichere Basis/Familie dort.
Auch eine sehr schöne Art vorerst Abschied zu nehmen, wie er es gemacht hat. So bleibt noch lange das Gefühl der verbundenheit zwischen euch bestehen….