Affektive Empathie

Ihr lieben, wunderbaren, großherzigen und tollen Menschen – vielen, vielen Dank schon mal für Eure zahlreichen Antworten auf meine Umfrage im letzten Artikel, die schönen Worte, die gleichzeitig ermunternd und achtsam waren und mir einfach nur gut getan haben! Ihr seid echte Hüpfer/innen!!!!! 🙂

So ganz bin ich mit meinen Überlegungen noch nicht fertig – dabei geht es aber eher darum, wie ich den Blog weitermache, nicht mehr wirklich um ein „ob“. Denn Eure Kommentare waren ziemlich überzeugend und das Schreiben, der Fokus auf das Gute und nicht zuletzt IHR würdet mir einfach zu sehr fehlen!

Was genau sich ändern wird, werde ich Euch dann zu gegebener Zeit selbstredend mitteilen. Bis dahin wende ich mich einfach wieder schönen Themen zu – so wie, dieses, das ich in einem Artikel gefunden und in dem ich mich sehr wiedergefunden habe:

Es geht darum, warum und mit welcher guten Begründung manche Menschen (also ich bin da das Paradebeispiel) bei einem entsprechenden Film oder beim Anblick von berührender, trauriger oder glücklicher Emotionen anderer Menschen selber weinen müssen. Im Grunde genommen könnte man ja denken: echt übertrieben und fast ein wenig hysterisch – weil man selber durchlebt die Gefühle des Gegenübers ja gar nicht – besonders natürlich nicht, wenn die betreffende Person sie sogar selber nicht empfindet, sondern lediglich als Schauspieler/in darstellt.

Wissenschaftler haben dafür aber eine klare Erklärung und sogar einen eigenen Begriff: affektive Empathie – also die Fähigkeit, zu fühlen, was ein anderes Wesen fühlt, selbst durch einen flachen Bildschirm hindurch.

Wenn man also vorm Fernseher dicke Tränen vergisst, ist man nicht einfach „zu sensibel“, sondern das Gehirn besitzt eine starke Kapazität für emotionale Intelligenz – ist also schlicht und ergreifend tief auf Emotionen eingestimmt, selbst auf fiktive.

Wenn Ihr also auch bei bestimmten Szenen in Filmen, Serien oder ähnlichem weinen „müsst“, dann verfügt Ihr über dieses hohe Maß an Empathie und Mitgefühl, über eine starke Vorstellungskraft und ein hochaktives Spiegelneuronensystem.

Man kann es sich ein wenig vorstellen wie eine 3-D-Brille für die Seele – denn Euer Gehirn spiegelt die Gefühle der Charaktere im Film wider – die Freude, die Trauer, den Schmerz, den Liebeskummer… Ihr schaut Euch die Geschichte nicht nur an – Ihr erlebt sie quasi.

Und man kann es auch aufs reale Leben übertragen – denn Menschen mit einer starken affektiven Empathie hören tiefer zu und verstehen instinktiv, was man eigentlich gar nicht erklären kann.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Uta!
    Mir geht es oft auch so, heule bei Filmen, beim Lesen oder selbst bei Beerdigungen, egal wie nah mir der Mensch war. Auch wenn ich ältere Menschen sehe beim Einkaufen, auf der Straße gucke ich immer ob ich helfen kann. Beschreib das für mich immer als Helfersyndrom. Du beschreibst es sehr gut, also Empathie ist der Schlüssel. Das hat man oder auch nicht, wie viele Menschen in der heutigen Zeit es nicht haben.
    Liebe Grüße Elli

    • Ja, die Menschen mit viel Empathie, die weinen, helfen, lachen, fühlen… und von allem ganz schön viel! 🙂
      Es ist manchmal ganz schön anstrengend, aber ich möchte auch gar nicht anders sein!
      Fühl Dich gedrückt, liebe Elli

  2. Oh ja, dieses sich nicht nur anschauen (oder lesend verinnerlichen), sondern in dem Moment aus tiefstem Herzen miterleben und spüren, kenne ich nur allzu gut.

    Ich hatte mir vor vielen Jahren an einem sonnigen Sommertag im Juister Inselkino „Die Brücken am Fluss“ mit Merryl Streep und Clint Eastwood angesehen. Beide haben so überzeugend und glaubhaft gespielt, dass ich alles um mich herum vergaß. Die zauberhafte Szene in der Küche, wo sie sich tanzend näher kommen und Beiden bewusst wird, die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Spätestens als sie ihren Liebsten (bereits im Auto mit ihrem Mann sitzend) pitschnass mit hängenden Armen vor sich im strömenden Regen stehen und seinen flehenden Blick sieht, hin und her gerissen zwischen Liebe und Verantwortung für Ehemann und Familie, brachen bei mir alle Dämme. Längst, als bereits der Abspann lief, sich der Vorhang schloss, saßen viele Zuschauer sehr berührt und Tränen trocknend noch dort.

    Vor kurzem habe ich mir noch einmal alles angeschaut, war auch wieder berührt und habe sehr weinen müssen. Man kann es total nachempfinden zu sehen, dass die Liebenden das vertraute Gefühl haben, einander schon ewig zu kennen, einander zu brauchen. Und natüŕlich wünscht man sich, dass sich ihr Glück erfüllt.

    Über „Das Leuchten der Erinnerung“ hatte ich ja schon berichtet und auch der Film „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (auch mit Donald Sutherland) hat mich damals einfach fassungslos weinen lassen. Ebenso „All is lost“ mit Robert Redford, er hat sich nicht doubeln lassen, auch extra Hochseesegeln gelernt als bereits alter Mann.

    Kurzum, ich genieße es, mich in solchen Momenten mit meinen Empfindungen fallen zu lassen, denn so soll es ja wohl auch sein, warum sonst werden so großartige Filme mit überragenden Darstellern gedreht!? Oder so tolle Romane wie „Rebecca“ von Daphne d.M. geschrieben?

    • Oooooh, „Die Brücken am Fluss“ – was für ein wunderbarer Film und ich weiß genau, welche Szene Du am Ende meinst, liebe Gabi! Ich heule jedes Mal Rotz und Wasser…
      Und vielen Dank für die weiteren Film- und Romantipps!!!! 🙂

  3. Ich möchte mich Elli anschließen: Empathie ist der Schlüssel zu den Herzen!!
    Schlimm halt nur, dass leider sehr viele Menschen keine haben, das ist erschreckend!!!

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