Wir müssen nichts tun…

Es muss eine wahrhaft großartige Frau gewesen sein – aber ich muss es leider zugeben: bislang habe ich mich mit ihr noch nie viel und oft beschäftigt. Dabei denke ich, dass sie ein sehr interessantes Leben geführt hat, eine absolute Vorreiterin für den Feminismus und ein gutes Vorbild für die Rolle einer selbstbewussten Frau in der Gesellschaft war. Frida Kahlo – die berühmteste mexikanische Künstlerin – lebte von 1907 bis 1954. Mit 18 Jahren überlebte sie schwerverletzt einen heftigen Busunfall, was sie Zeit ihres Lebens zu verarbeiten hatte. Dies konnte sie im Besonderen durch ihre Bilder, in denen sie körperliches und seelisches Leid durch surrealistisch angehauchte, farbenfrohe Kunst verarbeitete. Ihre Werke zeichnen sich dabei durch intensive Symbolik, traditionelle Trachten und eine schonungslose Auseinandersetzung mit der eigenen Existenz aus – so drückte sie in über 50 Selbstportraits die Chronologie ihrer chronischen Schmerzen aus, teilweise musste sie dafür auf eine selbst konzipierte Staffelei zurückgreifen, weil ich nur das Malen im Liegen möglich war.

Das Leben der Malerin ist von weiteren schweren Schicksalsschlägen geprägt gewesen – bereits mit sechs Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung, wodurch sie ein verkrüppeltes und verkürztes Bein bekam. Nach dem Unfall 12 Jahre später konnte eine Beckenfraktur nie vollständig geheilt werden, so dass Kahlo als Folge davon drei Fehlgeburten erlitt. Ich finde es mehr als beeindruckend, dass die Künstlerin von diesen Tragödien aber nicht ihr Leben bestimmen ließ, sondern mit wilder Entschlossenheit immer wieder mitten rein gestürzt hat.

Und sie hat so tolle Sätze gesagt, die ich Euch auf jeden Fall nicht vorenthalten wollte:

„Am Ende, so glaube ich, müssen wir nichts tun, um geliebt zu werden.

Wir verbringen unser Leben damit, schöner, klüger, beeindruckender zu erscheinen. Doch zwei Dinge sind mir klar geworden:

Diejenigen, die uns wirklich lieben, sehen uns mit dem Herzen. Sie schreiben uns Qualitäten zu, die weit über das hinausgehen, was wir tatsächlich sind. Und jene, die uns nicht lieben wollen, werden niemals zufrieden sein ganz gleich, wie sehr wir uns bemühen.

Ja, ich glaube wirklich, dass es wichtig ist, unsere Unvollkommenheiten zu bewahren. Sie sind kostbar, denn sie ermöglichen es denen, die uns mit dem Herzen sehen, uns wahrhaftig zu verstehen.“

Ihr seht – es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit dieser Malerin doch mal näher zu beschäftigen – was ich auf jeden Fall nachholen werde!

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Die Ausstellung in Köln ist noch bis zum 12. April 2026 zu sehen. Frida Kahlo, eine Freigeistin mit Haltung und Stolz, bleibt für immer.

  2. Sie ist mit Recht überall auf der Welt eine Ikone, wegen ihres Schicksals und auch wegen ihrer Kunstwerke. Wir konnten vor 6 Jahren die Casa Azul, ihr Wohnhaus, in México Stadt besuchen. Das war unglaublich eindrucksvoll. Ihr Haus ist noch so eingerichtet wie zu ihren Lebzeiten. Man kann ihr Bett mit dem darüber hängenden Spiegel, ihre Kleider, ihre Puppen und die farbenfrohe Küche, das Atelier und den herrlichen Garten besichtigen. Wir hatten das Gefühl, die Künstlerin sei gerade nebenan und käme jeden Moment zur Tür herein. Wundervoll. Im Garten hängen alte Fotos von ihr und ihrem Mann, sodass der Eindruck um so intensiver ist. Leider sind fast alle ihre Werke auf Museen im Ausland verstreut, sodass man sie wohl niemals komplett in einer Ausstellung wird bewundern können.
    Genauso beeindruckend fand ich es, die Murales ihres Mannes Diego Rivera zu sehen. Er hat das riesige Treppenhaus und Nebenräume des Regierungspalastes mit zahllosen großen und kleineren Wandbildern zur gesamten wechselvollen Geschichte Mexikos ausgestattet. Er muss Tag und Nacht über Jahre hinweg daran gearbeitet haben. Dort wird den ursprünglichen Einwohnern des Landes ein ehrenvolles Denkmal gesetzt und sich ihrer teilweise schrecklichen Schicksale angenommen.
    Von den Eindrücken dort zehre ich noch heute.
    Ich finde auch, liebe Uta, dass es sich lohnt, sich mit dem Menschen Frida Kahlo mit ihrem unfassbaren Lebenswillen intensiver zu beschäftigen.
    Ein schönes Wochenende an alle in der Runde!

    • Oh, das klingt tatsächlich super beeindruckend, liebe Kathrin. Ich habe auch schon mehrere Geburts- oder Wohnhäuser von besonderen Menschen besichtigen dürfen und meine auch immer, deren Geist noch zwischen den Mauern spüren zu können.

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