Natürlich kenne, sehe und fühle ich die schönen Seiten des Winters – und des schnee-reichen und eisigen Wetters, welches uns seit Anfang des Jahres geschenkt wurde. Auf mehreren langen und ausgedehnten Spaziergängen habe ich der Stille, die dadurch entsteht, zuhören dürfen – wenn ich nicht gerade angesichts des hübschen Knirschens bei jedem Schritt grinsen musste – habe ich die weiße Welt in ihrem Winterschlaf beobachten können, mit meiner Tochter Schneeengel gebildet und eine saftige Schneeballschlacht veranstaltet. Das war herrlich und ich weiß es durchaus zu lieben.

Aber leider gibt es da bei mir die komplett andere Seite der Winter-Medaille: denn ich hatte Euch ja schon von meiner Angststörung erzählt, die ich seit etwa einem Jahr immer wieder in Bezug aufs Auto fahren entwickelt habe. Da sind diese Straßenbedingungen tatsächlich für mich der absolute Ober-Horror. An dem Tag, an dem es hier im Norden anfing so heftig zu schneien, hatte ich Frühdienst und musste mit meinem Wagen nach Hause… kann Euch gar nicht genau beschreiben, WIE ich das gemacht habe, auf jeden Fall habe ich am ganzen Körper gezittert, mein rasendes Herz hat sich erst weit nach meiner Ankunft erholt und ich hätte mein Frühstück locker mehrere Mal auf den Beifahrersitz spucken können – weitere Details möchte ich Euch ersparen.
Anschließend hatte ich passenderweise einige Tage frei – aber angesichts der kommenden Dienste und der Wetterprognosen konnte ich das eher so gar nicht genießen, sondern habe die Tage quasi permanent in einer Art Katastrophenstimmung verbracht. Und ausgerechnet in der Zeit, in der der Deutsche Wetterdienst richtig gewarnt hat, hatte ich vier Dienste am Stück. Da dann ja teilweise noch nicht mal Busse gefahren sind, habe ich händeringend nach einer Lösung gesucht und mich letztendlich für 3 Nächte in einem kleinen Hotel, welches fußläufig gut von meinem Krankenhaus aus zu erreichen ist, eingemietet.
Das hat mir letztendlich für diesen Moment gut geholfen und mir ein sicheres Gefühl gegeben – langfristig muss ich mir aber eine geeignete Methode gegen diese massive Angst suchen, denn sie blockiert das Hüpfen doch sehr – und das kann ich natürlich nicht zulassen!
Liebe Uta,
ich finde es sehr vernünftig, wie Du die Situation gelöst hast. Ich selbst nehme in solch schwierigen Wettersituationen spontan einen Tag Urlaub. Das ist bei Deinem Job wahrscheinlich nicht so einfach möglich.
Ganz liebe Grüße aus dem frühlinghaften Schwabenland
Inge
Vielen Dank für Deine Ermutigung, liebe Inge. Nein, spontaner Urlaub ist in meinem Job leider nicht möglich.
Uta, super gemacht. Ich hatte mir Sonntag auch Gedanken gemacht. Es war eisregen für morgens gemeldet. Hatte um halb 11 einen Termin am Montag. Nur als Rentner hst nan es hat doch etwas leichter. Ich hätte den Termin ja absagen können. Montagmorgen wurde ich dann angerufen, wäre besser, es käme keiner. Aber da war ich doch froh.
Das kann ich sehr gut verstehen, liebe Ute – und auch Du hast da ja sehr gut für Dich gesorgt!
Liebe Uta,
zunächst mal ein großes Lob, dass du so offen über deine Autofahrangst sprichst!! Alles, was du beschreibst und durchlebt hast, kenne ich genau so auch von mir. Die Lösung mit dem Hotel hätte ich vermutlich auch angestrebt! Man will ja das Fahren, besonders bei Glätte, irgendwie vermeiden. Ich denke, dass man solche Art von Angst, die einen ja beim Fahren tatsächlich sehr blockiert und gefährlich werden kann, nur mit Hilfe einer entsprechenden Therapie überwinden könnte. Wie geht denn dein Umfeld damit um, dass du diese Ängste hast? Ich habe leider festgestellt, dass viele mit Unverständnis reagieren, wenn ich darüber gesprochen habe. Das macht es nicht leichter, wenn man betroffen ist. Gut wäre bestimmt, sich mit Menschen zusammenzutun, die ähnliches durchmachen, was manchmal schon helfen kann. Jedenfalls wünsche ich dir von Herzen, dass Hilfe für dich, wie auch immer, in Sicht ist und das Autofahren dir bald wieder viel leichter fällt. Es wäre natürlich super, wenn eine Leserin dieses Blogs aus eigener Erfahrung einen Lösungsvorschlag für dich hätte! Ich habe leider keinen. Alles Gute!
Liebe Kathrin, vielen Dank für Deine mitfühlenden Worte und Deine Gedanken. Mein Umfeld geht da glücklicherweise sehr verständnisvoll und achtsam mit um, inklusive meiner Kollegen/innen. Das hilft auf jeden Fall sehr. Ich werde zunächst Hilfe bei meinem Gynäkologen suchen, dort mal nach einem Hormonspiegel fragen, weil ich schon denke, dass meine Vorstufe des Klimakteriums eine große Rolle bei meinen Ängsten spielt – suche aber auch noch nach weiterer, mentaler Unterstützung.
Ich habe mal beim ADAC ein Fahr-Sicherheitstraining mitgemacht. Da lernt man in einem sicheren Umfeld u.a., wie man ein schlingerndes, sich drehendes Auto in den Griff bekommen kann. Das hat mir ein höheres Sicherheitsgefühl eingebracht und meine eigenen Ängste etwas beruhigt.
Aber bei richtig glatten Straßen möglichst gar nicht zu fahren ist sicher die beste Lösung. 🤗
Liebe Heinke, vielen Dank für den Tipp – da hatte ich auch schon mal drüber nachgedacht und behalte das auf jeden Fall mal im Hinterkopf!
Liebe Uta, wer fährt bei solchem Wetterchaos nicht ohne allergrößtes Unbehagen??? Bei den meisten Menschen ist das doch auch stets eine nervliche Zitterpartie, erst recht wenn gewarnt wurde, wenn möglich zuhause zu bleiben! Sicherheit geht immer vor. Hochsensibel auf Beängstigendes und Gefährliches zu reagieren ist kein Makel, sondern eine Gabe!
Du hast toll reagiert, weil alles richtig gemacht.
Mein Unbehagen verstärkt sich noch, wenn ich erlebe, dass trotz Schnee- und Eischaos einige Uneinsichtige mit Bleifuß an mir vorbeipreschen. Ignoranz ist die schlimmste aller Dummheiten!
Da gebe ich Dir vollkommen Recht – sicherlich macht dieses Wetter von Anfang Januar zumindest den meisten Menschen leises Unbehagen, wenn sie ins Auto steigen müssen (die dummen Ignoranten mal außen vor…!) – das geht bei mir allerdings deutlich darüber hinaus, leider! Ich muss mir da nichts vormachen – da hat sich leider eine echte Angststörung entwickelt und mag angegangen werden – eine Herausforderung, die ich „dankend“ annehme… 😉
Liebe Uta, Du hast uns schon mehrfach daran teilhaben lassen, dass Du Dich wenn nötig auch krassen Herausforderungen stellst und sie angehst. Du wirst auch jetzt mit Deinem Löwenherz und Mut Deine Angststörung besiegen. Ich wünsche Dir viel positive Energie und schicke Dir liebe Grüße.
Vielen lieben Dank für diesen tollen und Mut-machenden Worte! Tut sehr gut… und ich werde berichten!!!! 🙂